3.1  Das Fleisch und die Erlösung

Das Wort »Fleisch« heißt basar im Hebräischen und sarx im Griechischen. Es erscheint oft in der Bibel und wird auf verschiedene Weise angewendet. Seine bedeutsamste Anwendung findet sich in den Paulus-Briefen und bezieht sich auf den nicht wiedergeborenen Menschen. Von seinem alten »Ich« sprechend sagt Paulus in Römer 7,14: »Ich aber bin fleischlich.« Nichtnur seine Natur oder ein Teil seines Wesens ist fleischlich, das »Ich« › sein ganzes Wesen - ist fleischlich. Er wiederholt diesen Gedanken in Vers 18, wo er erklärt: »In mir, das ist in meinem Fleische, wohnt nichts Gutes.« Daraus folgt klar, daß »Fleisch« in der Bibel auf das Wesen des nicht wiedergeborenen Menschen hinweist. Im Zusammenhang dieser Anwendung des Wortes »Fleisch« gilt es zu bedenken, daß am Anfang der Mensch als Geist, Seele und Leib geschaffen wurde. Da die Seele der Sitz der Persönlichkeit und des Bewußtseins ist, ist sie durch den menschlichen Geist mit der geistlichen Welt verbunden. Die Seele muß entscheiden, ob sie dem Geist gehorchen und damit Gott und seinem Willen gehorchen, oder ob sie dem Leib und den Versuchungen der materiellen Welt nachgeben will. Bei dem Sündenfall widersetzte sich die Seele der Autorität des Geistes und wurde zum Sklaven des Leibes und seiner Leidenschaften. Auf diese Weise wurde der Mensch ein fleischlicher und nicht ein geistlicher Mensch. Der Geist des Menschen verlor seine edle Stellung und geriet unter die Herrschaft der Seele. Da nun die Seele unter der Gewalt des Fleisches ist, beurteilt die Bibel den Menschen als fleischlich. Was seelisch war, ist fleischlich geworden.

Neben dieser Anwendung des Wortes »Fleisch« ist es manchmal auch im rein körperlichen Sinne gebraucht. Wieder an anderen Stellen bezeichnet es die Gesamtheit der Menschen. Diese Bedeutungen sind sehr eng miteinander verbunden. Wir sollten daher diese verschiedenen Verwendungsarten des Wortes »Fleisch« in der Bibel kurz betrachten.

Zunächst »Fleisch« im rein körperlichen Sinne. Wir wissen, daß sich der menschliche Leib aus Fleisch, Knochen und Blut zusammensetzt. Das Fleisch ist der Teil des Leibes, durch den wir die Welt um uns wahrnehmen. Eine fleischliche Person im übertragenen Sinn ist daher jemand, der weltlich ist. Er handelt nach dem Empfinden des Fleisches.

Zweitens: »Fleisch« in Anwendung für den menschlichen Leib. In einem weiten Sinne bezeichnet Fleisch auch den menschlichen Leib, ob lebend oder tot. Entsprechend dem letzten Teil von Römer 7 bezieht sich Sünde auf den menschlichen Leib. »Ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz« (Vers 23). Der Apostel fährt dann in Kapitel 8 weiter und erklärt, daß wir zur Überwindung des Fleisches »die Werke des Leibes in den Tod geben« müssen durch den Geist (Vers 13). Somit braucht die Bibel das Wort sarx nicht nur für das »psychisch Fleischliche«, sondern auch das »leibliche Fleisch«. Dann wird »Fleisch« angewendet auf die gesamte Menschheit. Alle Menschen in dieser Welt sind vom Fleisch geboren und sind daher alle fleischlich. Die Bibel betrachtet alle Menschen ohne Ausnahme als Fleisch. Jeder Mensch wird von dieser Verbindung von Seele und Leib beherrscht, die »Fleisch« genannt wird, und folgt beiden, den Sünden seines Leibes und dem Ich seiner Seele. Wenn sich also die Bibel auf alle Menschen bezieht, dann spricht sie von »alles Fleisch«.