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Das Gebet sollte immer geistlich sein. Ungeistliche Gebete sind nicht echt und können keine Erhörung finden. Welch großer, geistlicher Segen würde fließen, wenn die Gebete aller Christen auf Erden wirklich geistlich wären! Aber es muß gesagt werden, daß leider sehr viele Gebete fleischlich sind. Wenn sich Eigenwille in Gebeten zeigt, können sie nicht gesegnet sein. Heute scheint es oft so, als sähen die Christen im Gebet die Möglichkeit, ihre Gedanken und Vorstellungen zu verwirklichen. Wenn nur etwas mehr Verständnis vorhanden wäre, könnten die Christen erkennen, daß es sich beim Gebet darum handelt, daß der Mensch Gott das sagt, was Gottes Willen ist. Das Fleisch muß überall, wo es zutage tritt, gekreuzigt werden. Es hat auch keinen Platz im Gebet. Der menschliche Wille darf nicht mit Gottes Sache vermischt werden, denn Gott lehnt selbst die besten menschlichen Intentionen und Pläne ab. Gott hat nicht vor, das zur Ausführung zu bringen, was der Mensch ihm vorschlägt. Und wenn wir noch so viel beten, wird Gott doch nichts tun, was seinen Ursprung in uns selbst hat. Diese Art Gebet verurteilt Gott als fleischlich.
Wenn Christen damit beginnen, wirklich ein Leben im Geist zu führen, dann merken sie bald, wie leer sie selbst sind, denn sie können aus sich selbst weder anderen Menschen Leben geben, noch den Anläufen des Feindes widerstehen. Darum werden sie sich schon rein instinktiv an Gott halten. Das Gebet wird so unumgänglich notwendig. Wahres Gebet zeigt die Leere des Bittenden und gleichzeitig die Fülle des Gebetenen. Geistliches Beten kommt nicht aus dem Fleisch, nicht aus den eigenen Gedanken oder den Entscheidungen des Gläubigen, es wächst vielmehr aus dem Willen Gottes, der dem Geist des Gläubigen offenbart wurde. Die Bibel fordert von uns:
Es gibt nur diese zwei Möglichkeiten: entweder beten wir im Geist oder im Fleisch. Wir sollten in der Gegenwart Gottes unseren Mund nicht zu schnell öffnen. Wir sollten im Gegenteil darauf warten, daß Gott uns zeigt, was und wie wir beten sollen. Haben wir nicht einen großen Teil unserer Zeit darauf verwandt, Gott zu sagen, was wir wollten? Warum wollen wir ihn nicht fragen, was er will? Wenn das geschieht, bleibt kein Spielraum für das Fleisch. Nur ein geistlicher Mensch kann in Wahrheit beten.
Alle geistlichen Gebete haben ihren Ursprung in Gott. Gott zeigt uns, was wir bitten sollen, indem er um eine Gebetslast auferlegt. Und nur aus dieser Last kann das geistliche Gebet erwachsen. Und doch: wie oft haben wir durch Gleichgültigkeit oder Mangel an Hörbereitschaft diese innere Erkenntnis verschüttet. Unser Gebet sollte auch über die Last, die wir haben, nicht hinausgehen. Der Gläubige muß bekennen, daß er nicht weiß, wie er beten soll (Röm. 8,26), und den Herrn bitten, daß er ihn lehrt. Dann sollte er nach der Weisung des Heiligen Geistes beten. Gott sagt uns, wie wir beten sollen, genauso, wie er uns auch sagt, was und wie wir predigen sollen. Das eine ist so wichtig wie das andere.
Wir sollten aber nicht nur mit dem Geist beten, sondern auch mit dem Verstand (1.Kor. 14,15). Diese beiden müssen zusammenwirken. Ein Gläubiger empfängt in seinem Geist, was er beten soll, und begreift mit seinem Verstand, was er empfangen hat. Der Geist nimmt die Last des Gebetes auf, und der Verstand formuliert die Worte des Gebetes. Nur so ist das Gebet des Gläubigen vollkommen. Wie oft beten Christen nur aus ihrem Verstand, ohne die Offenbarung des Geistes. Sie selbst sind dann der Ursprung des Gebets. Aber wahres Gebet geht vom Thron Gottes aus. Es wird im Geist des Gläubigen empfangen, von seinem Verstand begriffen und in der Kraft des Geistes gesprochen. Der Geist des Menschen und das Gebet sind untrennbar miteinander verbunden.
Um im Geist beten zu können, müssen wir zuerst lernen, im Geist zu wandeln. Niemand kann im Geist beten, wenn er den ganzen Tag im Fleisch wandelt. Unser Gebetsleben kann sich nicht von unserem täglichen Wandel unterscheiden. Und der geistliche Zustand vieler Christen disqualifiziert sie vom geistlichen Beten. Daraus folgert aber nicht, daß ein geistlicher Mensch auch unbedingt geistlich betet. Wenn er an diesem Punkt nicht wachsam ist, kann er ins Fleisch zurückfallen. Wenn aber der geistliche Mensch viel betet, dann wird ihn sein Gebet im Einklang mit Gott halten. Gebet übt und stärkt den Geist. Gebetslosigkeit schwächt den inwendigen Menschen. Nichts kann das Gebet ersetzen- auch nicht der Dienst für den Herrn. Viele stecken so tief in ihrer Arbeit, daß sie wenig Zeit haben für das Gebet. Darum können sie auch keine Dämonen austreiben. Das Gebet hilft uns, zuerst mit dem Feind in uns fertig zu werden und dann auch den Feind außerhalb anzugehen. Wer auf seinen Knien gegen den Feind gekämpft hat, wird erlebt haben, daß der Feind flieht.
Als geistliche Christen müssen wir es immer besser lernen, durch die Offenbarung Gottes in unserem Geist die Angriffe des Feindes zu erkennen und sie im Gebet abzuwehren. Gebet ist Arbeit. Viele Christen haben es erfahren können, daß Gebet mehr vollbringt als andere Formen der Arbeit. Gebet bedeutet auch Kampf, denn es ist eine der Waffen gegen den Feind (Eph. 6,18). Aber nur das Gebet im Geist hat eine Wirkung.
Das Gebet im Geist vermag die Anläufe und Versuchungen des Feindes abzuwehren. Es kann zerstören und auch aufbauen. Was aus der Sünde und von Satan kommt, wird durch das Gebet im Geist zerstört. Was aus Gott kommt, wird erbaut. Darum ist das Gebet eines der bedeutsamsten Instrumente im geistlichen Dienst und Kampf. Ja, beide beruhen auf geistlichem Gebet. Wenn ein Gläubiger auf diesem Gebet versagt, dann versagt er auf der ganzen Linie.
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Das Ende eines geistlichen Werkes |
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Der geistliche Kampf | ![]() |