6.3  Das Gewissen

Neben den Funktionen der Erkenntnis und der Gemeinschaft erfüllt unser Geist noch eine andere wichtige Aufgabe: er korrigiert und ermahnt uns, damit wir unruhig werden, wenn wir des Ruhmes mangeln, den wir bei Gott haben sollten. Diese Fähigkeit nennen wir Gewissen. Wie die Heiligkeit Gottes das Böse verdammt und das Gute rechtfertigt, so lehnt das Gewissen des Gläubigen die Sünde ab und sehnt sich nach Gerechtigkeit. Durch das Gewissen bringt Gott seine Heiligkeit zum Ausdruck. Wenn wir dem Geist nachfolgen wollen (und wir erreichen ja niemals das Stadium der Unfehlbarkeit), müssen wir darauf achten, was dieser innere Mahner uns im Blick auf unsere Einstellung und auf unser Handeln sagt. Denn das Werk des Gewissens beschränkt sich nicht darauf, uns nach einem Irrtum zurechtzuweisen. Schon ehe wir uns in einer bestimmten Fehlrichtung bewegen › während wir noch darüber nachdenken -, weist uns unser Gewissen in Zusammenarbeit mit unserer Erkenntnis protestierend darauf hin, falls es sich um einen Weg handelt, der dem Heiligen Geist mißfällt. Wenn wir nur besser auf die Stimme unseres Gewissens hören wollten, könnte manche Niederlage vermieden werden.