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Die Bibel zeigt uns den normalen Weg des Christen auf:
Wir sollen aus dem Glauben leben. Dieses Prinzip kann zwar mit dem Verstand leicht aufgenommen, kann aber nicht ebenso leicht ausgelebt werden.
Das Leben des Glaubens unterscheidet sich nicht nur von einem Leben aus dem Gefühl, sondern ist dem diametral entgegengesetzt. Wer seinen Empfindungen folgt, kann den Willen Gottes nur dann tun, wenn sich sein Gefühl regt. Wenn aber das Gefühl der Glückseligkeit versiegt, kommt das geistliche Leben zum Stillstand. Anders ist es bei einem Gläubigen, der aus dem Glauben lebt. Der Glaube ist in dem verankert, an den der Christ glaubt, nicht aber im Glaubenden selbst. Der Glaubende schaut nicht auf sich selbst, sondern auf den Herrn. Wenn sich der Glaubende auch verändert, so kann sich doch der, an den er glaubt, niemals ändern. Darum kann er ihm sein Vertrauen schenken. Der Glaube schafft eine Verbindung mit Gott. Er achtet nicht auf die Gefühle, weil es ihm um Gott geht. Der Glaube schaut darum Gott; das Gefühl aber nur das Selbst. Gott ist unwandelbar. Er ist derselbe, wenn die Sonne scheint oder Wolken kommen. Darum ist der Gläubige, der aus dem Glauben lebt, unwandelbar wie Gott selbst. Sein Leben ist gleichbleibend, in Dunkelheit und lichten Tagen. Wer aber aus dem Gefühl lebt, ist auch dem Wechsel der Gefühle unterworfen.
Gott erwartet von seinen Kindern, daß sie nicht das eigene Vergnügen zum Lebenszweck erheben. Gott will, daß sie aus dem Glauben an ihn leben. Sie sollen den geistlichen Kampf auch dann fortsetzen, wenn ihnen nicht danach zumute ist. Ihre Empfindungen können sie nicht veranlassen, ihre Haltung Gott gegenüber zu ändern. Auch in Zeiten der Dunkelheit gehen sie vorwärts, weil sie Gott vertrauen und wissen, daß dies Gottes Wille ist. Ihr Gefühl lehnt sich oft gegen diese Beharrlichkeit auf, es überfällt sie große Sorge, Melancholie und Verzweiflung, als wollte ihre Emotion alle geistlichen Aktivitäten unterbinden. Aber sie beachten diese feindlichen Gefühle nicht und gehen getrost weiter, weil sie wissen, daß die Arbeit getan werden muß. Dies ist der Weg des Glaubens, der nichts auf die Emotion gibt, sondern allein nach dem Ziel Gottes fragt. Wer sich nach seinen Emotionen richtet, folgt den eigenen Interessen. Wer aber aus dem Glauben lebt, gehorcht dem Willen Gottes und fragt nicht nach den eigenen Interessen oder der eigenen Gleichgültigkeit.
Das Leben aus dem Gefühl zieht die Gläubigen aus der Nähe Gottes fort, aber das Leben aus dem Glauben bringt die Gläubigen näher zu Gott und schenkt Lebenserfüllung durch den Glauben an Gott. Wenn ein Gläubiger Gott auf diese Weise erfahren hat, können seine glücklichen Gefühle seine Freude nicht vergrößern, und Traurigkeit kann seine Freude nicht verringern. Ein Leben aus der Emotion wirft den Gläubigen auf sich selbst zurück, aber ein Leben aus dem Glauben läßt ihn für Gott dasein. Wunderbare Gefühle erfreuen das Ich. Wer aus seinen Empfindungen lebt, macht dadurch deutlich, daß er sein natürliches Leben noch nicht unters Kreuz gebracht hat. Er behält noch etwas für sich zurück und will gleichzeitig doch den geistlichen Weg gehen.
Das Christenleben ist vom Anfang bis zum Ende ein Weg des Glaubens. Auf diesem Weg kommen wir in den Besitz eines neuen Lebens und wandeln auf diesem Weg durch dieses neue Leben. Der Glaube ist das Lebensprinzip eines Christen. Dies wird natürlich von allen Gläubigen anerkannt. Aber leider übersehen dies viele Christen in ihrem täglichen Wandel. Sie vergessen, daß ein Leben aus der Emotion oder glücklichen Empfindungen ein Leben aus dem Schauen und nicht aus dem Glauben ist. Was ist eigentlich ein Leben aus dem Glauben? Es ist dem Leben aus aus dem Gefühl genau entgegengesetzt, weil es das Gefühl völlig mißachtet. Wenn die Gläubigen nach diesem Prinzip leben wollen, dürfen sie sich nicht durch Unlust, Sorgen, Leeregefühl und innere Kälte von ihrem Weg abbringen lassen. Denn wir leben aus dem Glauben und nicht aus der Freude.
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Die Gefahr dieses Lebens |
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Das tiefgreifende Werk des Kreuzes | ![]() |